Ein sicherheitskritischer Vorfall in einem Produktionsstandort im Bereich Sprengstofftechnik führte zu einer akuten Havarie in einem Reaktorbehälter für NOx-arme Spezialrezepturen. Die dort eingesetzte Substanz war nicht nur kapselempfindlich, sondern im verfestigten Zustand vollständig zündfähig – eine Herausforderung für jedes Sicherheitsteam. Wenn Sekunden zählen, braucht es nicht nur technisches Know-how, sondern auch organisatorische Reaktionsfähigkeit, um sofort, kontrolliert und unter höchsten Schutzvorgaben zu handeln. Innerhalb von 24 Stunden reagierte die NT Service GmbH mit einem vollständigen Soforteinsatz – sicher, regelkonform und dokumentiert.
Hintergrund: Zündfähige Reaktionsmasse im Reaktor
Im betroffenen Reaktionsbehälter hatte sich eine kapselempfindliche, NOx-arme Spezialmischung infolge eines prozessbedingten Fehlers in Temperatur oder Feuchtigkeit teilweise polymerisiert. Die ursprünglich rieselfähige Substanz war fest geworden – mit vollem Erhalt der Zündfähigkeit.
Obwohl in ihrer Rieselfähigkeit mit ANFO vergleichbar, handelt es sich bei der eingesetzten Rezeptur um eine eigenständige Explosivstoffmischung, die unter das Sprengstoffgesetz fällt. Bereits minimale mechanische Einwirkungen – etwa Reibung oder Stoß – hätten eine unkontrollierte Detonation auslösen können.
Gefährdungslage und rechtlicher Rahmen
Die verfestigte Masse wurde nach DGUV-Regel 113-004 als explosionsgefährdeter Arbeitsbereich eingestuft – analog zu einem Ex-Bereich der Zone 0. Für die Entfernung galten höchste Anforderungen:
- zündquellenfreie Ausstattung
- explosionsgeschütztes Spezialwerkzeug (TRBS 2152-konform)
- vollständige Gefährdungsbeurteilung gemäß BetrSichV
Sichere Durchführung unter Extrembedingungen
Das Team der NT Service GmbH – unter Leitung einer nach § 20 SprengG zertifizierten Fachkraft – setzte die Maßnahme nach folgenden Regelwerken um:
- DGUV-Regel 113-004 (Behälterarbeiten)
- TRGS 720–722 (Explosionsgefährdung)
- BetrSichV §§ 7 und 8
- DGUV Grundsatz 312-003 (Atemschutz)
- Sprengstoffgesetz § 20
Kernmaßnahmen des Einsatzes
- Zugang über seilunterstütztes Rettungssystem gemäß DGUV G 312-001
- Arbeiten mit umluftunabhängiger Atemluftversorgung (Isoliergerät)
- ATEX-konforme Ausrüstung analog Zone 0/1
- Freimessung zur Sicherstellung der Ex-Zonenfreiheit
- Zugangskontrolle nach 4-Augen-Prinzip
Reinigung und Dekontamination
Die Entfernung der Sprengstoffmasse unter Explosionsgefahr erfolgte rein mechanisch – ohne thermische oder chemische Mittel. Die verfestigten Rückstände wurden:
- kontrolliert aus dem Reaktor entnommen
- in explosionsgeschützten Behältern entsorgt
- durch Dampfspülung neutralisiert
- abschließend rückstandsfrei dekontaminiert
Die Freigabe des Behälters erfolgte nach HSE-Konzept und umfassender Dokumentation.
Belastung auch für die Einsatzkräfte
Neben der technischen Umsetzung stellte der Einsatz höchste psychologische Anforderungen an das Team. Die NT-Spezialisten waren sich bewusst, dass kleinste Fehlbewegungen eine Zündung hätten auslösen können. Die Auswahl und Eignung der Einsatzkräfte erfolgte daher unter Berücksichtigung des DGUV-Grundsatzes 313-003 für außergewöhnlich gefährdende Einsätze.
Lückenlose sicherheitstechnische Dokumentation
Die NT Service GmbH dokumentierte den Einsatz vollständig nach HSE- und behördlichen Standards:
- Gefährdungsbeurteilung inkl. Ex-Zonenbewertung
- Betriebsanweisung für Sprengstoffe nach Anlage II SprengG
- Rettungs- und Notfallplan mit Rückfallebene
- Freigabeprotokolle gemäß DGUV V1 und BGI/GUV-I 8677
- Spül- und Dekontaminationsnachweise mit Fotodokumentation
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Die NT Service GmbH steht für sichere, regelkonforme und dokumentierte Havarieeinsätze unter höchsten Anforderungen. Ob Sprengstofftechnik, Chemieproduktion oder explosionsgefährdete Reaktoren – wir greifen ein, wo andere aus Sicherheitsgründen nicht mehr tätig werden.
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